Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und Ehrenmitgliedschaft in Altwarmbüchen verliehen

Die Geehrten und Beförderten der Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen.
Foto: Bastian Kroll

Eine besondere Auszeichnung stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen am vergangenen Freitag, 6. Februar 2026: Der stellvertretende Ortsbrandmeister Philipp Suppan wurde für seine 27-jährige Kommandotätigkeit mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes geehrt – der zweithöchsten Ehrung, die ein Feuerwehrmitglied erhalten kann. Zudem wurde Bernhard Schmidt, der der Ortsfeuerwehr alljährlich einen Helm für die Sammlung spendiert, zum Ehrenmitglied ernannt. Ortsbrandmeister Björn van Veen und sein Stellvertreter Stefan Korte konnten rund 90 Gäste in der Fahrzeughalle des Gerätehauses begrüßen.

Unter den Gästen waren Isernhagens Bürgermeister Tim Mithöfer, der Erste Stadtrat Jörg Schuster, Ordnungsamtsleiterin Dagmar Keib, Ortsbürgermeisterin Sabine Wirth sowie Mitglieder von Orts- und Gemeinderat. Aus der Feuerwehr kamen die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerwehr, Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit und Integration, Susanne Rennspieß, der stellvertretende Regionsbrandmeister Nils Wellmanns, Brandschutzabschnittsleiter Volker Kluth, Gemeindebrandmeister Marc Perl und der designierte stellvertretende Gemeindebrandmeister Tobias Plesse. Für die Bewirtung sorgten Mitglieder der Ortsfeuerwehr Kirchhorst-Stelle.

Sieben Jahre als Ortsbrandmeister: „Meine Ideen sind noch nicht aufgebraucht“

Ortsbrandmeister Björn van Veen leitete seine siebte Jahreshauptversammlung. Er blickte auf einen außergewöhnlichen Start zurück: „Corona, die 125-Jahr-Feier, neue Herausforderungen – und dennoch konnten wir gemeinsam viel bewegen.“ Die Ortswehr habe einen Rüstwagen übernommen, neue Strukturen geschaffen und die Mitgliederzahlen gesteigert: Von damals 356 Mitgliedern (davon 55 aktiv) auf heute 409 Mitglieder mit 77 in der Einsatzabteilung. Mit dem Weihnachtsmarkt sei zudem eine neue Veranstaltung etabliert worden, „die sich fest in unserem Kalender verankert hat“.

Van Veen zeigte sich ambitioniert: „Auch wenn die Zahlen gut aussehen: Meine Ideen sind noch lange nicht aufgebraucht. Meine persönlichen Ziele sind noch nicht alle erreicht“, betonte er. Mit einem Zitat von Søren Kierkegaard, das er schon zur 125-Jahr-Feier verwendet hatte, beschrieb er seine Philosophie: „Das Leben muss vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden.“ Nach sechs Jahren blicke man auf Dinge zurück, die man vielleicht anders gemacht hätte. „Aber wie Albert Einstein sagte: ‚Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neues gewagt.‘ Wir haben gemeinsam viel erreicht – und werden auch in den kommenden Jahren noch viel gemeinsam schaffen.“

Van Veen dankte für das entgegengebrachte Vertrauen: „Ich freue mich auf die weiteren spannenden Jahre der Zusammenarbeit mit euch.“

409 Mitglieder – Aufnahmestopp in Kinder- und Jugendfeuerwehr war richtig

Die Mitgliederzahlen zeigen Stabilität: 77 Mitglieder in der Einsatzabteilung, 21 in der Altersabteilung, 238 fördernde Mitglieder, 33 in der Jugendfeuerwehr und 40 in der Kinderfeuerwehr – insgesamt 409 Mitglieder. „Die Anpassungen in der Jugend- und Kinderfeuerwehr – inklusive Aufnahmestopp – waren keine leichten, aber richtige Entscheidungen“, so van Veen. Besonders erfreulich seien viele Doppelmitglieder, die aktiv unterstützen.

Die Kinderfeuerwehr feierte ihr 15-jähriges Jubiläum. „Die Kinderfeuerwehr ist als Abteilung bei der Feuerwehr angekommen, das sieht man in der aktuellen Feuerwehrverordnung“, betonte van Veen. Nach dem Aufnahmestopp mit jetzt 40 Kindern sei die Wehr wieder in der Lage, Kinder aufzunehmen. „Das Ziel sollte sein, Kinder über die Jugend zu den Aktiven zu führen.“ Besonders freue ihn, dass Betreuer der Kinderfeuerwehr keine aktiven Mitglieder seien, sondern mit ihrem Einsatz die Feuerwehr auf andere Art unterstützen. „Ein Weg, die Feuerwehr aktiv zu unterstützen, ohne löschen zu müssen.“

Die Jugendfeuerwehr mit 33 Kindern sei eine große Abteilung – „keine leichte Aufgabe“. Die neue Jugendwartin Leonie van Veen und ihr Stellvertreter Micha Haeger meisterten das „mit Bravour mit ihrem erfahrenen Betreuerstamm“. Bei wöchentlichen Terminen, Zeltlagern und Laternenumzügen werde viel Zeit neben dem aktiven Dienst investiert. „Viele sind auch noch Einheitsführer und haben Gemeindeaufgaben, aber ich glaube, die Gemeinschaft der Betreuer ist das Geheimnis.“ Van Veen dankte Leonie, Claudia und dem gesamten Betreuerteam.

122 Einsätze – 13 Mal eingeklemmte Personen

Im Jahr 2025 hatte die Ortswehr 122 Einsätze: 59 Hilfeleistungseinsätze, 37 Brandeinsätze und 26 Fehleinsätze (Brandmeldeanlagen, Rauchwarnmelder). Davon waren 89 Einsätze im eigenen Ausrückebereich, 33 innerhalb der Gemeinde Isernhagen. Hinzu kamen acht Brandschutzerziehungen.

Ein Einsatzstichwort habe die ehrenamtlichen Einsatzkräfte besonders beschäftigt: 13 Mal „hm1 – eingeklemmte Person“. Es sei ein „hochkomplexes und zeitkritisches Stichwort, das uns oft auch durch E-Calls, Smartwatches oder Handys alarmiert hat“, erklärte van Veen. Er hoffe auf eine künftig differenziertere Bewertung der Notrufe. Insgesamt spiegele das Einsatzgeschehen die volle Bandbreite dessen wider, was Feuerwehren leisten – und leisten können.

Ausbildung zahlt sich aus: A7-Einsatz nach 15 Minuten gelöst

„Ausbildung bleibt ein zentraler Schwerpunkt“, betonte van Veen. Ob Escape Room, „Schlag den Ortsbrandmeister“ oder klassische Ausbildung – „sie ist abwechslungsreich, hochwertig und macht Spaß“. Im vergangenen Jahr absolvierten zwei Einsatzkräfte den Lehrgang „Ausbilder für Hubrettungsfahrzeuge“ mit dem Ziel, eine eigene Aus- und Fortbildung für Drehleitermaschinisten anzubieten. Der Gerätewagen soll – hoffentlich – dieses Jahr fertiggestellt werden, „inklusive intensiver Kran- und Fahrzeugausbildung“.

Was Ausbildung bewirken könne, habe ein Einsatz auf der A7 gezeigt: „Zwei schwer im Kleinlaster eingeklemmte Personen waren nach 15 Minuten befreit und konnten dem Rettungsdienst übergeben werden. Das zeigt unseren hohen Ausbildungsstand, und darauf können wir stolz sein.“

Die Ortswehr verfügt über 47 Atemschutzgeräteträger – „jährliche Übungen, Untersuchungen, Fitness – nicht selbstverständlich. Danke für eure Bereitschaft“, so van Veen. Sein Dank galt auch den Einheitsführern „für hervorragende Ausbildung, professionelle Einsatzabwicklung und eure Unterstützung – auch bei meinen manchmal etwas ungewöhnlichen Ideen“.

Kameradschaft: Von Boßeln bis LAN-Party

Die Veranstaltungen – Boßeln, Reisebericht, Skat, Knobeln, Neujahrsbrauch, Weihnachtsfeier – zeigen den Zusammenhalt. Van Veen dankte dem Festausschuss. Ein besonderes Highlight sei die LAN-Party gewesen – „eine tolle neue Idee, die richtig gut angekommen ist“.

Das Sachgebiet 4 habe „am wenigsten mit Feuerwehr zu tun, aber einen ganzen Haufen an Arbeit“. Van Veen zeigte sich beeindruckt: „Ihr seid hochprofessionell, das bringt mich manchmal zum Staunen.“ Das Osterfeuer am neuen Standort sei eine Herausforderung, aber ein voller Erfolg gewesen. Er dankte für die Unterstützung bei der Suche nach einem alternativen Platz.

„Und ja – meine persönliche Leidenschaft: Der Hüttenbau und Weihnachtsmarkt. Ich freue mich jedes Jahr, so viele Menschen bei uns begrüßen zu dürfen. Für mich eine Herzensveranstaltung.“ Van Veen dankte auch hier den Organisatoren: „Ohne euch wäre das alles nicht möglich, und manchmal habe ich sogar so etwas wie schlechtes Gewissen.“

Highlights 2026: 24-Stunden-Übung und Förderverein

Für 2026 kündigte van Veen mehrere Highlights an: die 24-Stunden-Übung, den Herbstball, eine Fahrzeugübergabe und die Gründung eines Fördervereins.

Personelle Veränderung: Stefan Korte neuer Stellvertreter

Am 17. Dezember 2025 hat sich Philipp Suppan nach drei Amtszeiten als stellvertretender Ortsbrandmeister entschieden, einen Schritt zurückzutreten. „Eine nachvollziehbare, aber für mich auch traurige Entscheidung“, sagte van Veen. „Danke für deine Unterstützung, den gemeinsamen Weg und vieles, was wir erreicht haben.“ Umso mehr freue er sich, Stefan Korte nun an seiner Seite zu wissen. „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam die Feuerwehr Altwarmbüchen sicher durch die – manchmal wilde – See der Feuerwehr führen werden.“

Beförderungen und Ehrungen

Zu Feuerwehrmännern bzw. -frauen wurden Michael Geuer, Melanie Wein und Meike Herdes befördert. Andre Mai wurde zum Oberfeuerwehrmann ernannt. Micha Haeger erhielt den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann, Sascha Glade und Kevin Kunz wurden zu Ersten Hauptfeuerwehrmännern befördert.

Durch den Gemeindebrandmeister wurden zu Brandmeistern (nach neuer Verordnung) ernannt: Mathias Hübner, Thomas Wendel, Philipp Krettek, Timo Bodendorf, Florian Werner, Sabrina Holderith und Claudia van Veen. Christoph Valentin wurde zum Hauptbrandmeister ernannt, Patrick Schmuhl zum Ersten Hauptbrandmeister. Stefan Korte erhielt den Dienstgrad Oberbrandinspektor.

Nachträglich wurden noch Hochwasserehrennadeln des Landes Niedersachsen wurden durch Gemeindebrandmeister Marc Perl verliehen. Claudia van Veen erhielt die niedersächsische Ehrennadel Jugend in Bronze, verliehen durch Gemeindejugendfeuerwehrwartin Meike Berkelmann. Sascha Glade wurde für 25-jährige aktive Mitgliedschaft mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen geehrt.

Grußworte: Dank für unbezahlbares Engagement

Van Veen dankte dem Rat und der Verwaltung sowie dem Ortsrat für die gute Zusammenarbeit. „Und ganz besonders euch, liebe Aktive: Danke für euren Einsatz. Danke für eure Zeit. Danke für eure Bereitschaft, immer dann da zu sein, wenn andere Hilfe brauchen. Euer Engagement ist ehrenamtlich – und gerade deshalb unbezahlbar. Der einzige wirkliche Lohn ist der Dank und der Respekt, den ihr verdient.“

Er dankte auch den Familien, „die euch immer wieder von zu Hause ‚ziehen lassen'“. Und zuletzt: „Danke an meine drei Mädels – für eure Unterstützung, euren Rückhalt und eure Geduld. Ohne euch wäre das alles nicht möglich.“

Gruß- und Dankesworte an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sprachen zudem Bürgermeister Tim Mithöfer, Ortsbürgermeisterin Sabine Wirth, Brandschutzabschnittsleiter Volker Kluth und Gemeindebrandmeister Marc Perl sowie die Fraktionsvorsitzenden Heinrich Bätke (CDU) und Philipp Neessen (SPD) aus.

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