
Mit einem deutlichen Signal des Zusammenhalts ist die Gemeindedienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen am Freitag, 27. Februar 2026, im Hotel Hennies zu Ende gegangen. 112 Mitglieder und Gäste nahmen an der Versammlung teil, die von der Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen ausgerichtet wurde. Neben zahlreichen Feuerwehrangehörigen waren Vertreter aus Verwaltung, Politik, Region und befreundeten Organisationen anwesend.


Gemeindebrandmeister Marc Perl begrüßte unter anderem Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer, die stellvertretende Bürgermeisterin und Ortsbürgermeisterin von Neuwarmbüchen, Vanessa Schenke, den Ersten Gemeinderat Jörg Schuster, Ordnungsamtsleiterin Dagmar Keib sowie Feuerwehr-Sachbearbeiter Simon Appl. Ebenfalls anwesend waren die Bürgermeister der Isernhagener Ortsteile, Sabine Wirth (Altwarmbüchen), Herbert Löffler (Kirchhorst-Stelle), Angela Leifers (Isernhagen F.B.), Matthias Kenzler (Isernhagen K.B.) und Heinrich Bätke (Isernhagen N.B. sowie CDU-Ratsfraktionsvorsitzender), sowie der SPD-Ratsfraktionsvorsitzendee Philipp Neessen, die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerwehr, Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit und Integration, Stefanie Rennspieß, mit Mitgliedern des Ausschusses, Brandschutzabschnittsleiter Volker Kluth mit seinem Stellvertreter Dirk Thelow sowie Vertreter von DLRG und Polizei.
Zwei Jahre im Blick: Einsätze auf konstant hohem Niveau
Da die Dienstversammlung 2025 ausgefallen war – sie sollte ursprünglich im Sommer 2025 mit der Verleihung der Hochwassermedaille stattfinden – legte Perl diesmal einen Bericht über zwei Jahre vor.
Im Jahr 2024 rückten die sieben Ortsfeuerwehren im Gemeindegebiet zu 313 Einsätzen aus. Darunter waren 90 Brandeinsätze, 190 technische Hilfeleistungen und 33 Fehlalarme. 2025 sank die Gesamtzahl leicht auf 301 Einsätze. Dabei wurden 112 Brände, 123 Hilfeleistungen und 66 Fehlalarme verzeichnet.
„Die technische Hilfeleistung überwiegt weiterhin“, erläuterte Perl. Gleichzeitig habe es bei den Brandeinsätzen eine Zunahme gegeben. Das sei auch ein Ergebnis der angepassten Alarm- und Ausrückeordnung. Besonders auffällig sei der Anstieg bei Türöffnungen. „Gerade bei Hilfeleistungen, wenn Menschen zu Hause sind und sich nicht selbst helfen können, gehen die Zahlen nach oben“, sagte er.
Ein wichtiger Baustein bleibe die Brandschutzerziehung. 2024 wurden allein in Altwarmbüchen elf Veranstaltungen durchgeführt. „Ich möchte ausdrücklich an die Ortsfeuerwehren appellieren, wo Schulen und Organisationen sind, die Brandschutzerziehung weiter auszubauen“, so Perl.
Zum Stichtag 27. Februar 2026 zählte die Gemeindefeuerwehr 353 Einsatzkräfte, davon 284 Männer und 69 Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 19 Prozent. 122 Mitglieder gehören der Altersgruppe zwischen 27 und 40 Jahren an. Insgesamt verringerte sich die Mitgliederzahl um neun.
Feuerwehrhäuser: Meilensteine und große Aufgaben
Ein besonderer Moment des vergangenen Jahres war die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Isernhagen F.B. am 30. August 2025. „Für die Ortsfeuerwehr war das ein großes Ereignis, ein Meilenstein“, betonte Perl. „Ich freue mich sehr für euch.“
Doch damit sei die Arbeit nicht abgeschlossen. „Wenn man eins gebaut hat, wie geht es weiter?“, fragte er. Für Kirchhorst-Stelle und Neuwarmbüchen seien Grundstücke gefunden worden, für Isernhagen K.B. liefen ebenfalls Planungen. Raumbücher seien erstellt, die Planungen in Gang gesetzt. Für K.B. sei das zweite Halbjahr 2028 vorgesehen, für Kirchhorst-Stelle das zweite Halbjahr 2029 und für Neuwarmbüchen das erste Halbjahr 2030. Auch Isernhagen N.B. sei weiter im Blick. „Wir haben das nicht in die Schublade gelegt. Wir werden es auf der Agenda haben müssen“, so Perl.
Schwierige Fahrzeugbeschaffung
Auch die Fahrzeugsituation stellte der Gemeindebrandmeister dar. 2024 wurde ein TLF 4000 für Kirchhorst-Stelle in Dienst gestellt. Ein geplantes Mittleres Löschfahrzeug für Neuwarmbüchen musste jedoch gestoppt werden. „Die Bauzeiten liegen laut Hersteller bei vier Jahren – und das sind vermutlich nicht einmal mehr aktuelle Zahlen. Dazu kommen Preise, die an Apothekenpreise erinnern“, sagte Perl. Man habe sich daher für einen Abbruch entschieden. „Das macht hier alles keinen Sinn.“
Für 2026 ist ein Gerätewagen Logistik 2 für Altwarmbüchen im Zulauf. „Alte Feuerwehrhäuser, lange Bauzeiten und verfügbare Haushaltsmittel unter einen Hut zu bringen, ist eine große Herausforderung – nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für Verwaltung und Politik.“
Brandschutzbedarfsanalyse: „Der entscheidende Schritt“
Breiten Raum nahm die Brandschutzbedarfsanalyse ein. Seit Anfang 2023 arbeite man mit Planern zusammen. „Wir sind nicht in allen Punkten sofort übereingekommen. Einige Dinge waren aus unserer Sicht zu kritisch“, sagte Perl. Umso wichtiger sei es gewesen, in den Dialog zu treten.
„Feuerwehr – Verwaltung – Politik: Wir sind ein Team“, betonte er. „Wichtig ist, dass wir miteinander reden. Dass wir Bedarfe anmelden, diskutieren und beschließen.“ In einer nichtöffentlichen Sitzung sei ein entscheidender Schritt gegangen worden. „Wir machen das, was am besten hilft – für die Bürgerinnen und Bürger.“ Für den offenen Dialog sprach Perl seinen ausdrücklichen Dank aus, was mit großem Applaus quittiert wurde.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr kündigte Perl eine neue Feuerwehrsatzung ab 1. Mai an, unter anderem wegen der Wahl eines neuen stellvertretenden Gemeindebrandmeisters und der Anpassung von Aufwandsentschädigungen. Zudem sollen Arbeitskreise zu Hygiene sowie IT und Datenschutz eingerichtet werden. Auch finanzielle Spitzen müssten frühzeitig geplant werden. Aus der Brandschutzbedarfsanalyse soll ein Zukunftskonzept für die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen entwickelt werden, ergänzt durch AED-Geräte an allen Standorten.
Dank und besondere Auszeichnungen
Perl dankte Bürgermeister, Verwaltung und Politik ausdrücklich. „Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir haben einen Draht, dass es funktioniert“, sagte er mit Blick auf die Zusammenarbeit. Die hauptamtlichen Kräfte in der Verwaltung seien „Gold wert“. Besonders hob er Dagmar Keib und Simon Appl hervor. „Danke für die hervorragende Zusammenarbeit.“ Timo Berkelmann, Atemschutzgerätewart der Atemschutzstelle Altwarmbüchen, würdigte er als Funktionsträger, der „immer für alle da ist“.
Simon Appl wurde im Rahmen der Versammlung mit der Bronzenen Ehrennadel der Gemeinde Isernhagen ausgezeichnet.
Abschiede, Beförderungen und Ernennungen
Emotional wurde es bei der Verabschiedung von Christian „Reini“ Reinhart, der am 17. Dezember 2025 sein Amt als stellvertretender Gemeindebrandmeister an Björn van Veen übergeben hatte und nun nach Köln zieht. Mit einer humorvollen Büttenrede verabschiedete er sich und endete mit einem dreifachen „Kölle Alaaf“. Bürgermeister Mithöfer überreichte einen Präsentkorb mit „Früh Lösch“ und einer Flasche Wein, das Stadtkommando eine Karte Isernhagens, damit er immer wisse, wo er herkommt. Die Anwesenden verabschiedeten ihn mit stehendem Applaus.





Auch André Simon wurde verabschiedet. Er war von Februar 2011 bis Februar 2019 stellvertretender Gemeindeausbildungsleiter und von März 2019 bis März 2025 Gemeindeausbildungsleiter.
Durch den Brandschutzabschnittsleiter wurden Dirk Agena zum Oberbrandinspektor und Thorsten Meißner zum Brandinspektor befördert. Timo Gerlich und Michel Bönnecke wurden durch den Gemeindebrandmeister zu Hauptbrandinspektoren ernannt, Björn van Veen zum Ersten Hauptbrandinspektor.
Ausbildung als Schlüssel zur Leistungsfähigkeit
Timo Gerlich, neuer Gemeindeausbildungsleiter, stellte die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in den Mittelpunkt. „Eine Feuerwehr kann nur leistungsfähig sein, wenn die Mitglieder so aus- und fortgebildet sind, dass der Einsatzerfolg garantiert ist. Die Anzahl der Fahrzeuge ist erst einmal gar nicht so relevant“, sagte er. Ausbildung sei „nicht nur nice to have, sondern entscheidend“.
Rund 30 Ausbilder engagieren sich zusätzlich zum Übungsdienst in den Ortsfeuerwehren in acht Fachbereichen, darunter Modulare Grundlagenausbildung, Atemschutz, Erste Hilfe, Motorsäge, Absturzsicherung, Führungskräfte- und Fahrerausbildung. In den Jahren 2024 und 2025 wurden 39 Anwärter ausgebildet.
Starke Jugend- und Kinderfeuerwehr
Gemeindejugendfeuerwehrwartin Maike Berkelmann berichtete von 67 Jungen und 42 Mädchen in der Jugendfeuerwehr, die 2025 rund 13.700 Stunden leisteten. Vier Jugendliche wechselten in die Einsatzabteilung, im Jahr zuvor waren es zehn gewesen. Neben zahlreichen Veranstaltungen, darunter Regionswettbewerbe in Isernhagen, wurden 2025 die Jugendflamme der Stufen 1, 2 und 3 sowie die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr verliehen.
Grußworte: „Den höchsten Respekt“
In den Grußworten würdigten die Gäste die Arbeit der Feuerwehr ausführlich.
Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer sagte: „Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir haben einen Draht, dass es funktioniert. Es geht um viel Geld, aber vor allem um die Sicherheit der Bürger und um das Ehrenamt. Die Feuerwehr Isernhagen ist eine super Truppe. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen.“
Stefanie Rennspieß hob besonders den wachsenden Frauenanteil hervor. „Frauen in der Feuerwehr – da sind wir auf einem guten Weg. Wichtig ist, dass wir einen Anstieg haben. Junge Frauen werden besser angesprochen, wenn sie sehen, dass bereits Frauen in der Feuerwehr aktiv sind. Ich möchte alle Frauen ermutigen: Erzählt weiter, wie toll das ist.“
Heinrich Bätke (CDU) betonte: „Die Feuerwehr ist ein nicht wegzudenkender Teil unserer Gesellschaft. Gott sei Dank gibt es Menschen wie Sie, die ihre Zeit im Ehrenamt verbringen.“
Philipp Neessen (SPD) dankte für den Einsatz und stellte klar: „Das ist nicht selbstverständlich.“
Janina Weidemann vom Polizeikommissariat Großburgwedel sagte: „Uns verbindet ein Ziel. Es ist egal, wer zuerst da ist – Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr. Wir sind eine Familie, zwischen uns passt kein Blatt Papier. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Auf die Jungs und Mädels der Feuerwehr ist immer Verlass. Ihr seid professionell, ruhig und fachkompetent. Von meiner Seite aus: den höchsten Respekt für euren Einsatz.“
Mit langanhaltendem Applaus endete die Versammlung, die deutlich machte, dass die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen vor großen Investitionen und organisatorischen Herausforderungen steht – diese jedoch geschlossen und im engen Schulterschluss mit Verwaltung und Politik angeht.


















