
Die Gemeinde Isernhagen beabsichtigt, am Programm „Communities That Care: Radikalisierungsprävention“ (CTC:RP) teilzunehmen, das vom Niedersächsischen Landespräventionsrat initiiert wurde. Die Verwaltung informiert den Gemeinderat in einer Vorlage über den aktuellen Stand der Teilnahmeabsicht sowie die nächsten Schritte für die erfolgreiche Umsetzung des Programms. Es handelt sich dabei um eine Beschlussvorlage mit der Aufforderung zur Teilnahmebestätigung vor einem anstehenden Umlaufbeschluss.
Das Programm CTC:RP wurde entwickelt, um Radikalisierungstendenzen unter Schüler:innen empirisch messbar vorherzusagen und gezielt präventive Maßnahmen zu fördern, noch bevor sich extremistische Einstellungen verfestigen. Die Kommune Isernhagen hatte bis zum 15. Februar 2026 ihr unverbindliches Interesse an der Teilnahme erklärt und wurde inzwischen offiziell zur Kooperation ausgewählt. Der Zeitraum der Teilnahme erstreckt sich von April 2026 bis August 2028. Ein auf den aktuellen Zeitraum angepasster Kooperationsvertrag liegt vor und soll bis zum 20. März 2026 unterzeichnet werden. Ziel der Verwaltung ist es, in Demokratieförderung, Extremismus- und Rassismusprävention proaktiv tätig zu werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist die Einbindung von mindestens 500 Schülerinnen und Schülern der Klassen 8 bis 10, weshalb nur der Schulcampus mit seinen beiden Schulen infrage kommt. Beide Schulen müssen der Teilnahme zustimmen, und die Teilnahme muss dem Landespräventionsrat zur Genehmigung beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung bis zum 20. März 2026 gemeldet werden. Die notwendigen Abfragen laufen bereits, koordiniert durch das zuständige Amt der Gemeinde.
Das CTC:RP-Verfahren sieht vor, mittels einer Befragung unter den Schüler:innen die relevanten Radikalisierungsrisiken zu erfassen. Die Auswertung der Daten durch den Landespräventionsrat erfolgt mit anschließender Erstellung eines Berichts, der ein konkretes Handlungskonzept für Präventionsmaßnahmen enthält. Die Befragung selbst ist mit einem zeitlichen Aufwand von ein bis zwei Unterrichtsstunden geplant.
Zur Umsetzung des Programms wird ein örtliches Steuerungsteam aus der Abteilung Steuern und Controlling sowie dem Bündnis „Demokratie leben“ gebildet. Ergänzend unterstützt der Verein „Politik zum Anfassen“ als Sparringpartner die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Bündnis und Kommune. Für die empfohlenen Maßnahmen stellt der Landespräventionsrat der Gemeinde finanzielle Mittel in Höhe von 5.000 Euro im Jahr 2026, 10.000 Euro im Jahr 2027 sowie weitere 5.000 Euro im Jahr 2028 zur Verfügung.
Das Programm baut auf dem kommunalen Präventionsinstrument CTC Communities That Care auf und erweitert dieses um einen Fokus auf Radikalisierungsprävention. CTC:RP wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten Jena und Hildesheim entwickelt, wird derzeit in mehreren niedersächsischen Kommunen erprobt und ist ab 2025 für eine landesweite Anwendung vorgesehen. Die Methode erlaubt eine differenzierte und evidenzbasierte Steuerung präventiver Maßnahmen.
