
Am gestrigen Sonnabend, 17. Januar 2026, hat die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen K.B. ihre Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus abgehalten. Ortsbrandmeister Uwe George und sein Stellvertreter Tobias Goth begrüßten rund 60 Gäste. In den Berichten ging es um 19 Ereignisse im Jahr 2025, um Ausbildung und Dienstbetrieb sowie um den Stand der Planungen für ein neues Feuerwehrhaus. Am Ende standen Beförderungen und Ehrungen.


Gäste im Gemeindehaus
Unter den Gästen waren Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer, die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerwehr, Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit und Integration, Stefanie Rennspieß, Ortsbürgermeister Matthias Kenzler sowie ein Mitglied des Ortsrates. Außerdem nahmen Ordnungsamtsleiterin Dagmar Keib und Sachbearbeiter Simon Appl teil, ebenso Gemeindebrandmeister Marc Perl, der stellvertretende Gemeindebrandmeister Björn Van Veen und der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow. Begrüßt wurden auch Ehrenortsbrandmeister Walter Daps sowie Pastor Karsten Henkmann.
Einsätze und besondere Lagen
Im Jahresbericht schilderte Ortsbrandmeister Uwe George eine Einsatzzahl „ähnlich wie 2024“. Insgesamt wurden 19 Ereignisse genannt, darunter acht Brände, sechs technische Hilfeleistungen und fünf sonstige Lagen. Bei den Bränden fielen nach seinen Angaben unter anderem der Scheunenbrand in H.B. im Mai sowie diverse Kleinstbrände ins Gewicht. Bei den technischen Hilfeleistungen ging es etwa um auslaufende Betriebsstoffe und um Unwetterlagen wie Sturm oder Starkregen.
Im eigenen Verantwortungsbereich der Ortsfeuerwehr K.B. seien es fünf Ereignisse gewesen, „kein Brandereignis“, dafür technische Hilfeleistungen. George hob einen ungewöhnlichen Einsatz hervor, bei dem ein Rettungswagen im Grünstreifen festgefahren sei und beim Abschleppversuch auch das Staffel-Löschfahrzeug feststeckte. Darüber hinaus nannte er Einsätze im Gemeindegebiet, darunter in F.B. im März Rauch- und Brandgeruch in einem Supermarkt, der sich als Kabelbrand an einer Kühltruhe herausstellte und eine lange Suche erforderte, außerdem ein landwirtschaftliches Fahrzeug in F.B., in K.B. einen Lastwagen mit geplatzter Dieselleitung, beim Scheunenbrand in H.B. die Übernahme der Wasserversorgung sowie im Oktober einen Saunabrand in N.B., bei dem die Ortsfeuerwehr im Bereitstellungsraum blieb und nach kurzer Zeit entlassen wurde.
Ausbildung, Dienste und Dorfleben
Bei den Übungsdiensten reichte das Spektrum von der Gebäudeerkundung größerer Lagerhallen in H.B. im Januar über eine Atemschutzübung im Schnee im Februar bis zu Ausbildungs- und Übungseinheiten im Sommer zur Vegetationsbrandbekämpfung und zur Wasserförderung über lange Wegstrecken. Genannt wurden außerdem Themen wie sicheres Anleitern, Atemschutzsport, Knotenkunde, Wasserentnahme aus offenem Gewässer und Gerätekunde. Für die Türöffnung seien an einer Übungstür Möglichkeiten „geübt und erprobt“ worden, mit dem Werkzeug, das zur Verfügung steht. Ein gemeinsamer Dienst mit der Ortsfeuerwehr Kirchhorst-Stelle drehte sich um das Tanklöschfahrzeug, verbunden mit dem Satz, es sei „schön, wenn man weiß, was auf anderen Fahrzeugen drauf ist“. Eine weitere Übung führte zum Ausleuchten an den Wietzesee.
Neben dem regulären Dienstbetrieb zählte George Termine wie die Absicherung des Schützenfestes, eine Boßeltour und das Jubiläum der Kinderfeuerwehr „10+1“, nachdem 2024 wegen der Standartenfeier zu viel zusammengekommen sei. Für September und Oktober erwähnte er die Modulare Truppmannausbildung, bei der zwei Teilnehmer das Basismodul bestanden. Außerdem begleiteten Kinder- und Jugendfeuerwehr den Laternenumzug des Kindergartens St. Marien, übernahmen die Verkehrssicherung und sorgten „für das leibliche Wohl“. Genannt wurden auch die Lichterfahrt im Dezember sowie der Weihnachtsmarkt. „Es macht viel Arbeit, aber wir haben auch eine Menge Spaß gehabt“, sagte George.
Mitgliederzahlen und Stunden
Für die Ortsfeuerwehr wurden 170 Mitglieder genannt. In der Einsatzabteilung waren es 43 Aktive, zuvor 40, dazu kamen 23 Mitglieder in der Altersabteilung, 13 in der Kinderabteilung und 10 in der Jugendfeuerwehr. Insgesamt wurden 4159 Stunden ausgewiesen.
Bei der Qualifikation nannte George steigende Zahlen in mehreren Bereichen. Bei den Atemschutzgeräteträgern sei es von 16 auf 19 gegangen, bei den Maschinisten von 8 auf 10 und bei den Kettensägenführern von 8 auf 9. Genannt wurden zudem absolvierte Ausbildungen wie Basismodul der Modularen Truppmannausbildung, Atemschutzlehrgang, Motorkettensägenlehrgang, Erste Hilfe, Truppführer und Fortbildungen für Führungskräfte.
Neubau: „Wir platzen aus allen Nähten“
Zum Stand des Neubaus sagte George, er hoffe, „dass der Planungsprozess unseres neuen Feuerwehrhauses schnell weitergeht und auch schnell angefangen wird“. Die Situation sei dringend: „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte er, und ergänzte, er sei „recht zuversichtlich“, dass es vorangeht.
Nachwuchsarbeit in Jugend- und Kinderfeuerwehr
Zoi Fourtounas berichtete aus der Jugendfeuerwehr, die gemeinsam mit F.B. betrieben wird. Genannt wurden sieben Jungen und drei Mädchen sowie 2000 geleistete Dienststunden. Zwei Jugendliche seien in die Einsatzabteilung nach K.B. übergeben worden. Zu den Aktivitäten gehörten unter anderem Osterfeuer, Schützenausmarsch und Laternenumzug, außerdem eine Fahrt in den Harz, ein Filmabend und ein Termin in Bispingen zur Abnahme der Leistungsspange. Zwei Kinder hätten die Jugendflamme 1 abgelegt. Am Ende stand der Dank „für die Hilfe aus den Reihen der Aktiven“.
Katja Oldendorf stellte die Kinderfeuerwehr vor und beschrieb den Ansatz als spielerisches Lernen im Team. „Wir sind ein Team und müssen zusammen arbeiten“, sagte sie. Genannt wurden unter anderem eine Faschingsfeier der Gemeinde in H.B. im Februar, Flämmchenabnahmen, ein Erste-Hilfe-Übungsdienst mit dem richtigen Absetzen eines Notrufs, Einladungen zu Jubiläen anderer Kinderfeuerwehren und die Teilnahme am Schützenausmarsch. Beim „10+1“-Jubiläum seien Spiele aufgebaut worden, als Highlight nannte sie die Drehleiter aus Altwarmbüchen. Eine Halloweenparty sei gut angekommen und solle fortgeführt werden. Später folgten Laternenumzug und Weihnachtsmarkt. Oldendorf berichtete von nun 12 Mitgliedern und 388 Dienststunden, zudem seien zwei neue Betreuer willkommen geheißen worden. Verbunden war ein Dank an die Aktiven, „die uns immer unterstützt haben“.
Stimmen der Gäste
Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer sprach das fehlende Gerätehaus offen an und sagte, es sei für ihn „unangenehm, damit konfrontiert zu werden, weil es noch nicht da ist“. Man habe neu priorisieren müssen, denn bei den personellen Ressourcen in der Verwaltung gebe es Engpässe. Themen wie Ganztagsgrundschulen mit Mensen hätten Vorrang bekommen. Die Feuerwehrhäuser in K.B., N.B. und Neuwarmbüchen seien dadurch nach hinten gerutscht, gleichzeitig betonte Mithöfer, man habe einen Fahrplan und wolle ihn halten. Er lobte die Gespräche und sagte über die Zusammenarbeit: „Die Zusammenarbeit ist richtig, richtig gut, so muss es auch sein.“ Mithöfer dankte den Einsatzkräften, „denen die Uhrzeit egal ist und das Einsatzstichwort auch, man fährt einfach los“, und stellte heraus, dass Menschen Sicherheit genießen können, „weil ihr da seid, nicht als Beruf, sondern im Ehrenamt“. Für die Kinder- und Jugendfeuerwehr übergab er 100 Euro und sagte, Geld könne nicht ausdrücken, was dort geleistet wird. Es gehe in den Nachwuchsabteilungen darum, Verantwortung zu übernehmen, innere Stärke zu entwickeln und „Mut zu haben, jemandem zu helfen, wo die meisten weggucken würden“. „Das gibt Feuerwehr mit, dafür steht Feuerwehr“, sagte Mithöfer.
Stefanie Rennspieß sagte, die Feuerwehr Isernhagen liege ihr „sehr am Herzen“, und sie verband damit den Wunsch, dass die Jahreshauptversammlung künftig im eigenen Feuerwehrhaus stattfinden könne. Sie nannte 2025 ein wichtiges Jahr, weil planerische Grundlagen gelegt worden seien, und sagte, der Rat schiebe vor, was möglich sei, damit es so schnell wie möglich gehen könne. Zugleich verwies sie auf finanziell herausfordernde Zeiten, betonte aber den festen Willen der Politik: Das neue Gerätehaus werde gebraucht, und es solle entstehen. Rennspieß hob außerdem das Zusammenspiel der Ortsfeuerwehren hervor und sagte, man sehe an vielen Stellen ein gemeinsames Ziel, „für die Gemeinschaft da zu sein“.
Ortsbürgermeister Matthias Kenzler bezeichnete die Freiwillige Feuerwehr K.B. als „tragenden Pfeiler des Dorflebens“, menschlich und verlässlich, und sagte, die Menschen könnten sich auf die Feuerwehr verlassen. Feuerwehr sei ein sichtbarer Teil des Dorflebens, verbunden mit Dank für Einsatz und Zusammenhalt.
Der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow nannte den Bericht „sehr beeindruckend“ und hob die Aktivitäten im Atemschutz hervor. 19 Geräteträger seien „beeindruckend“, sagte er, „finde ich klasse, Respekt“. Er sprach außerdem über Entwicklungen auf Regionsebene wie neue Dienstgrade, neue Dienstuniformen und eine Neuordnung von Bereitschaften sowie über Arbeitsgruppen zur Robotik und zum ABC-Konzept. Mit Blick auf Sicherheit formulierte Thelow einen deutlichen Appell. „Kein Einsatz ist es wert“, sagte er, „dass ihr euch an einem Baum zerlegt“, und er rief dazu auf, bei widrigen Wetterbedingungen so zu fahren, dass alle heil am Gerätehaus ankommen. Fünf Minuten später anzukommen sei nicht entscheidend, „aber zumindest lebend“, auch wenn es dem Wunsch der Feuerwehrkräfte, so schnell wie möglich helfen zu können, widersprechen würde.
Gemeindebrandmeister Marc Perl sagte, aus Feuerwehrsicht sei es beim Thema neues Feuerwehrhaus „an der Zeit, dass sich hier was ändern muss“, und formulierte seine Priorität klar: „Feuerwehr first, gerade Isernhagen K.B.“ Er sprach von einer schlagfertigen Truppe und sagte, deshalb müsse die Priorität aus seiner Sicht ganz oben stehen. Perl bat darum, dass die Ortsfeuerwehr schnellstmöglich zum Zuge kommt und das Feuerwehrhaus bekommt, und betonte zugleich, der Dialog sei wichtig und er empfinde es als gut, dass die Feuerwehr Informationen aus erster Hand bekomme. Außerdem führte er aus, dass die Gemeinde ab 1. Dezember neue Dienstgrade hat, und sagte, es solle „keine zwei Klassen“ geben, auch die Altersabteilung bekomme die neuen Dienstgrade. Für die Hygienekomponente kündigte er an, dass diese die Ortsfeuerwehr Isernhagen K.B. übernehmen werde, weil man auf ihre Schlagfertigkeit setze.
Pastor Karsten Henkmann dankte vor allem für die Zusammenarbeit und sagte, diese sei hier sehr ausgebaut und mache von Seiten der Kirchengemeinde „viel Spaß“.
Beförderungen und Ehrungen
Neue Dienstgrade erhielten Katja Oldendorf als Brandmeisterin, Vivien Goth als Erste Hauptfeuerwehrfrau, Christiane Hurkuck und Kira Hurkuck als Feuerwehrfrauen, Zoi Fourtounas als Oberfeuerwehrfrau, Bilal Hichri als Oberfeuerwehrmann sowie Heinrich Schneider als Erster Hauptbrandmeister. Außerdem wurde dreimal nachträglich noch die Hochwasserehrennadel 2023 verliehen. Carmen Bode und Andreas Wegener erhielten zudem von Bürgermeister Tim Mithöfer die bronzene Ehrennadel der Gemeinde Isernhagen.


















